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Seit ich das Frontsystem des MiTo (ohne Bose) an meiner ESX-Endstufe laufen hatte, wurde ich erst richtig auf die Schwächen des originalen Frontsystems aufmerksam.

Es war also klar, hier musste Ersatz ran.
Ab zum CarHifi-Händler, erstmal 1,5m² Dämmmatten besorgen. Und natürlich Probehören.

Die Kandidaten:

Hertz ESK 165.3
exact!-Audio Entry S16
Alpine S 171A
Audio-System Radion165


Voraussetzungen:

Frontsystem bis 200,--€, Komponenten-System, 165mm TT-Durchmesser, soll an Endstufe mit ausreichend Leistung (2x150W) betrieben werden.


Meine Klangbeschreibung:

Das Audio-System ist als erstes rausgeflogen. Zu starke Mitten, zischelnde S-Laute und vollkommen bassbefreit. Dafür konnte es ganz gut mit Leistung umgehen.
Danach ist das Hertz-System rausgeflogen. Überraschenderweise, da ich das ja im 147 verbaut hatte und sehr zufrieden war. Zu quäkende Mitten, zu aufdringlich im Hochton. Geht unfassbar gut mit Leistung um und kann richtig laut. Sieht dazu noch super aus.
Das exact!-Audio war das System, was am nächsten an der Realität spielte. Sehr neutral und präzise. Für mich aber ein wenig zu neutral und zu trocken. An Kickbass fehlte es auch ein wenig.
Mit kleinem, aber erkennbarem Abstand hat dann das Alpine System das Rennen gemacht. Allerdings nur an der Endstufe. Am Radio wäre das exact!-Audio meine Wahl gewesen. Ich war etwas voreingenommen von dem Namen "Alpine", musste also mehrere Tracks meiner Lieblings-CDs hören, bis ich vollends überzeugt war. Anna gefiehl das System von vornherein. Die Höhen waren sehr angenehm und präzise, gerade der obere Mittelton hat mir aber besonders gut gefallen, einfach, weil er nicht auffällig war. Im Vergleich zum exact!-Audio ein wärmerer Klang, vielleicht dichtet das Alpine die ein oder andere Kleinigkeit hinzu, aber das sehr passend. Frauenstimmen waren besonders präsent. Über die Bühnenabbildung kann ich erst nach richtiger Einstellung und probehören im Auto berichten.
Die Verarbeitung ist gut und solide, positiv überrascht hat mich aber der Lieferumfang. Jede Menge Adapter und Schalen für den Hochtöner, der zudem sehr schwer und solide verarbeitet ist. Das kannte ich von dem Hertz-System ganz anders.

Bild

Der Einbau:

...gestaltete sich recht kniffelig, da es kaum Erfahrungen mit den Türen im MiTo gibt. Einfach mal drauflosbauen, hab ich mir gedacht. Also:

- Kappe hinter dem Türöffner ab --> 6er Inbus
- die obere Schale des Türgriffs abhebeln (geht schwer) --> darunter 6er Inbus
- an der Seite zum Schloss zwei Kreuzschlitz-Schrauben lösen
- Spiegeldreieck abziehen
- die Türverkleidung, von vorn beginnend, vom Blech wegdrücken und warten, bis sich die Halteklipse lösen
- Türgriff-Kabel lösen
- Lampe unten aus der Tür herausziehen
- Bedienteil-Kabel abziehen

Man schaut nun auf den absolut billigen TT des originalen Systems, der dazu auch noch genietet ist 

Bild

Man kann an dieser Stelle den TT nur rausbrechen und die Nieten nachher rausbohren.
Bild

Jetzt die werkseitige Dämmfolie abziehen.
Blech gut reinigen. Jetzt gehts ans Dämmen. Das Außenblech ist schon gedämmt, aber nur dürftig. Hier kann gern nachgeholfen werden. Die Kabelführungen an der Tür habe ich auch mit Heisskleber ruhiggestellt. Nun einfach die großen Löcher in der Tür mit Dämmmatten verschließen. Ruhig doppelt kleben, teilweise sind die Löcher sehr groß. Aber: Nicht komplett jedes kleine Loch zumachen, in manchen wird die Tür befestigt. Außerdem sind die unteren oftmals zur Flüssigkeitsentsorgung gedacht.

Bild Bild Bild


Es passen, hergehört, die LS-Ringe vom Opel Corsa D...

Diese Ringe sind nun mit Gewindeschrauben und Muttern aus Edelstahl fest mit dem Blech verbunden. Über die vorhanden Schicht Bitumen ist eine zweite gekommen.

Hier noch notdürftig angebappt und noch nicht erhitzt.



Nachdem ich das Bitumen erhitzt und so angepasst hatte, habe ich eine Schicht Silent-P Dämmpaste von exact!Audio drüber gestrichen. Suuuper Zeug. Wird nach dem Aushärten fest wie Beton. Ersetzt ca. 3 Lagen Bitumen. Versteift auch das Blech in sich.




Auch die Türpappen haben mir zuviel gerappelt. Diese haben dieselbe Kur wie die Türen bekommen.

Hier ist eine werksseitige Dämmung aus Styropor angebracht, die leider sehr wackelig ist. Das ist auch die Klapperquelle Nr.1 bei Seriensound. Einfach raussreißen. Außerdem findet Ihr am äußeren Rand der inneren Türverkleidung kleine Plastikhalbkreise als Abstandhalter zur Außenverkleidung. Diese könnten klappern und sollten fixiert werden, natürlich - mit Heisskleber.





Die Türverkleidung nun von oben in die Schiene einhängen, das geht am Besten bei runtergelassener Scheibe. Die Kabel und den Türgriff wieder einstecken. Nun die Klipse rundum wieder festdrücken. Fest reindrücken, da die Dämmmatten sich der Tür erst anpassen müssen. Jetzt alle Schrauben festziehen.
Tür fertig. 

Zur A-Säule: Einfach oben hinter die A-Säule greifen und abziehen. Achtung: Oben ist der Stoff in eine kleine Schiene in der A-Säule gesteckt. Unten steckt das Plastikteil in störrischem Schaumstoff.

Bild

Hat man die A-Säule raus, kann der originale Hochtöner einfach ausgeklipst werden. Die Weiche steckt direkt an dem Hochtöner. Die Kappe der Hochtöner-Behausung sollte zur Montage des neuen Hochtöners dranbleiben, da die Platzverhältnisse hier eher eng sind. Hochtöner platzieren und, ja richtig, mit Heisskleber fixieren. Das originale Kabel ist kaum zurückzuverfolgen, darum: Kabel einfach nach unten durchhängen lassen, da gibt es keine großen Hindernisse. Das originale Kabel kann weggesteckt werden und wird somit nicht mehr gebraucht. Die A-Säule kann schon wieder montiert werden.

Jetzt kommt der fast schwierigste Teil: die Verkabelung der Weiche. Auf der Beifahrerseite nehmt ihr die Fussleiste raus, um an alles ranzukommen. Zwei Schrauben im Fussraum lösen und nach oben abziehen. Jetzt seht Ihr zwei Stecker auf einer kleinen Platte. Beim oberen nehmt Ihr die lila-schwarze und lila-orangene Leitung, die in die Tür geht. Durchknipsen und die Weiche zwischenpacken. Die Weiche kann, je nach Größe, nach oben hinter dem Teppich verstaut werden. Wieder zusammenbauen und fertig.
Auf der Fahrerseite ist alles noch ein wenig enger. Fussleiste wieder raus. Nun das gelb und gelb-schwarze Kabel, was zur Tür geht, lokalisieren. Es ist hilfreich, die schwarze Klebeisolierung abzuziehen. Es stehen hier nur ungefähr 5cm Kabel zum Arbeiten zur Verfügung. Hier habe ich das Kabel durchtrennt und jeweils mit 10cm Kabel verlängert. Somit steht genügend Platz zur Weichenunterbringung zur Verfügung. Die Weiche kann man nach oben / hinten hinter Teppich verstecken.

Und das war's soweit schon.


Nach dem Zusammenbauen fallen die Türen wie Tresortüren ins Schloss. Sind in etwa 5-6 KG Gewicht pro Tür hinzugekommen. Dafür bin ich das Rappeln los. Außerdem halten sich Fahrgeräusche nun deutlich im Hintergrund.