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Erfahrungsbericht zum MiTo
66.666km stehen auf der Uhr. Knappe 62.000km davon gehen auf unsere Kappe. Zeit, einen Erfahrungsbericht zu schreiben. Nicht etwa, um es irgendwem oder gar mir selbst schönzureden. Vielmehr, damit so mancher aus den Macken, die der MiTo zweifelsohne hat, zu lernen.
Zuerst zu dem Objekt der Diskussion. Wir entschieden uns vor knappen drei Jahren für einen MiTo aus dem Ausstellungsraum, häufiger mal als Dienstwagen, ab und zu für Probefahrten eingesetzt. 4.000km standen auf dem Tacho und ja, des Risikos waren wir uns bewusst. Wer kann aber bei knappen 25% Ersparnis auf den Listenpreis nein sagen? Es war einer der frühen Modelle, Bj. Ende 2008, Erstzulassung Februar 2009. 1,4 Turbo mit 155PS, recht gut ausgestattet, aber nicht vollgestopft. Blue&Me und Tempomat sind an Bord, das ist für mich das Wesentliche.
Die Einschätzung des Motors liegt wohl wie immer im Auge des Betrachters. Der Vorgänger war der 1,6TS mit 120PS. Von dieser Basis aus hat der Motor uns schlicht umgehauen. Dampf ab 1.500Giri. 50km/h im 6. Gang kein Problem. Nahezu Turboloch-frei. Ein Sporttauschfilter von K&N sowie kleine Veränderungen am Luftfilterkasten sorgten nicht nur für schöneres Turbopfeifen, sondern auch für noch kürzere Ansprechzeiten sowie Schub bis über 5.500Giri hinaus. Zugegeben, dem Motor geht spätestens bei 6.000Giri die Puste aus. Gott sei Dank ist das Getriebe so kurz abgestuft, dass man im nächsten Gang gut einsteigt. Es sei dazugesagt, dass die 1,4 Turbos mehrheitlich nach oben streuen. 165PS mit knappen 300NM sind keine Seltenheit. Auch schön, dem Motor ist recht einfach weiter auf die Beine zu helfen. Durch Modifikationen an KAT und Abgasanlage sind locker 10-15PS zu holen. Hier bin ich beim Punkt Sound. Serienmäßig ziemlich langweilig, ziemlich langstreckentauglich. Erst die Modifikation des KAT ändert den Klang von „Rauschen/Fauchen“ in „Kreischen/Knattern“. In Verbindung mit einer guten Abgasanlage kann sich der Sound für einen 4-Zyl. wirklich sehen lassen. Lautstärke bleibt dabei stets im Rahmen des Erträglichen. Ölverbrauch ist nicht messbar, und auch dessen Temperaturen sind fantastisch. Nach 5-6km sind selbst am Gefrierpunkt ca. 70°C erreicht. Nach 10km sind es 90°C an der Ölpumpe. Nur im absoluten Renneinsatz geht die Temperatur auf ca.110°C. Darüber habe ich es selbst in Spa bei 30°C Aussentemperatur nicht geschafft. Das Getriebe macht für uns einen ebenso fantastischen Eindruck. 6 Gänge in der Klasse – Respekt! Mithilfe der Schaltwegverkürzung wird der Gangwechsel noch etwas knackiger. Aus dem Corsa OPC-Lager hört man ab und zu von Lagerproblemen des Getriebes. Im MiTo ist mir davon bisher sehr wenig zu Ohren gekommen. Das Getriebe jedenfalls ist das Gleiche (M32). Getriebeüberholungen gibt’s beim Opel-Spezi für knappe 700,--€, falls doch mal etwas daneben geht. Das Fahrwerk sind wir nie im originalen Zustand gefahren, es waren von Beginn an Eibach-Federn verbaut. Aber auch hier sind wir nach zwei Wochen direkt auf das Bilstein Gewinde umgestiegen. Dadurch kommt der Wagen nicht nur auch endlich hinten runter, sondern verlor viel seiner Bockigkeit bei Querrillen. Fahrdynamisch natürlich ein ganz klares Plus. Auf das maximale TÜV-Niveau heruntergelassen sind deutlich höhere Kurventempi möglich. Nicht etwa weil es physisch möglich wird, sondern weil sich der Fahrer viel sicherer fühlt. Der Reifenverschleiß ist bei maximaler Tieferlegung kein Problem, alle Serienwerte liegen voll innerhalb der Toleranz. Schade, hätte ich mir doch etwas mehr neg. Sturz gewünscht. Das lässt sich zwar beim KW-Gewinde, nicht aber beim Bilstein einstellen. Hier müssen H&R Sturzversteller helfen. Optisch lassen sich die Räder gut mittig im Radhaus positionieren, keinesfalls werden diese darin verschwinden. Dafür fehlt dem MiTo eindeutig an Federweg.
Im 155PS sowie im QV ist die Brembo-Festsattel-Bremse mit den 305er Scheiben verbaut. Das führe sich mal jemand zu Gemüte. Hier kommt ein Aluminium-Monobloc-4-Kolben-Festsattel auf einer hochgekohlten Brembo-Scheibe zum Einsatz. Da zahlen viele VW-Fahrer 2.000€ aufwärts für. Wir sprechen hier noch immer von einem Auto mit gerade einmal 1.200KG incl. Sprit. Es ist gar nicht mal so sehr der Bremsweg, der überzeugt. Es ist eher das Ansprechen der Bremse und dass sie einfach nicht kaputtzukriegen ist. Ich bin zwar kein Profi-Rennfahrer, aber doch mal als „Möchtegern“ auf der Nordschleife und in Spa unterwegs. Die wenigsten Gedanken habe ich mir um die Bremse machen müssen. Tolle Arbeit!!
Je länger man ein Auto benutzt, umso mehr Dinge fallen auf, die „man gern hätte“. Oft Kleinkram, aber vielleicht hört ja jemand gespannt zu. Die Ambientbeleuchtung vorne, toll. Es fehlt aber die Deckenleuchte hinten. Es ist einfach stockduster beim Ein- und Aussteigen. Der Beifahrergurt: warum zum Henker schlägt er an die B-Säule, und zwar genau einen Zentimeter oberhalb des extra angebrachten Gummipuffers? Wohin mit den Getränken? Weder in das Seitenfach noch in die Mittelkonsole passen auf dieser Welt käufliche Getränke rein. Egal ob 0,3-Dose, 0,5-Dose (Bier z.B.) oder der Cafè von MC-Donald’s. Entweder es passt nicht, oder es schlackert. Bitte verratet mir, was da rein gehört.
Nun mal zu dem, wofür sich wahrscheinlich die meisten interessieren: Probleme Und ja, wir hatten welche, das will ich nicht leugnen. Mal war die Lösung einfach, mal hat sie uns ans Ende der Geduld getrieben. Ich mache hier mal eine nüchterne Auflistung.
Ich halte alles, bis auf die Elektronik-Affäre, für Kleinkram.
Ich hoffe, dem ein oder anderen wenigstens ein bisschen geholfen und nicht allzu sehr Langeweile verbreitet zu haben! |
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